Diese kurze Anleitung wird Euren Weingenuss nachhaltig verbessern!

Was macht eigentlich eine ideale Weinbeschreibung aus? Ein oft diskutiertes Thema. Weinprofis ringen mit den buntesten Beschreibungen um die Gunst der Leser.
Nicht selten überfordern solche komplizierten Weinbeschreibungen und verderben die Lust am Wein. Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Euch in wenigen Schritten zu zeigen, wie man Wein richtig trinkt und probiert.

Aroma-Basics

Ein Aroma im Wein ist nichts Anderes als eine chemische Verbindung.
Es gibt leicht lösliche Aromen, die man sofort im ungeschwenktem Glas riechen kann und es gibt Aromen, die Sauerstoff brauchen und schwerlöslich sind. Die Schwierigkeit besteht darin, das Aroma zu riechen, zu erkennen und definieren zu können. Seid nicht betrübt, wenn Ihr am Anfang nur 1 – 3 Aromen im Wein herausfindet. Das kann man trainieren und es gibt Leute, die angeblich auf 30 Aromen in einem Wein kommen. Diese Aromen teilt man auf in fruchtige, blumige, vegetative, würzige, rauchige, und mikrobiologische Aromen. Außerdem ist der Geschmack als Gesamtempfinden natürlich nicht zu vernachlässigen.
Man sieht – gar nicht so einfach… Eine gute Hilfestellung leistet das Aromarad vom Deutschen Weininstitut, das wir Euch unten angehängt haben.
Allerdings sind wir davon überzeugt, dass ein praktisches Üben bzw. Riechen an Obst, Gemüse und auch mal an Blumen eine noch größere Hilfe ist!

Weinbeschreibung in 7 einfachen Schritten:

1) Beurteilung der Farbe
Hiermit ist natürlich nicht nur gemeint, ob der Wein rot, weiß oder rosé ist. Faktoren wie die Rebsorte oder das Alter des Wein haben einen Einfluss auf die Farbe des Weins. Als Faustregel könnt Ihr Euch merken, dass der Wein meistens noch recht jung ist, wenn der Rand im Glas etwas heller als der Rest des Weins ist und leicht wässrig aussieht.

2) Erster Geruchseindruck im ungeschwenkten Glas
Bevor Ihr das Glas mit dem Wein schwenkt, könnt Ihr besonders die leicht löslichen Aromen riechen. Schon jetzt könnt Ihr Euch einen ersten Eindruck über den Wein machen.

3) Zweiter Geruchseindruck im geschwenkten Glas
Da die Aromen im Wein durch chemische Verbindungen entstehen, kannst Du weitere Aromen herausfinden, wenn Du den Wein im Glas schwenkst. Durch die Bewegung werden neue Aromen freigelegt oder einige der ersten Aromen intensiviert.

4) Probieren und Aromenbeschreibung
Jetzt dürft Ihr endlich probieren und die Aromen beschreiben. Was habt Ihr gerochen? Schmeckt der Wein, wie er riecht oder hat er geschmacklich einen komplett anderen Charakter? Alles ist möglich!

5) Rückschlüsse auf Ausbau mit Hilfe der erschmeckten Aromen
Einige Aromen lassen darauf schließen, dass ein Wein eher in einem Metall-Tank als in einem Holzfass gereift ist. Weine, die in Stahltanks-Tanks ausgebaut wurden, schmecken oft besonders frisch und fruchtig. Weine, die im Holzfass ausgebaut wurden, sind oft weicher und haben komplexere Aromen.

6) Beschreibung des Abgangs
Hier könnt Ihr besonders darauf achten, ob der Wein einen kurzen oder langen Abgang hat. Ist der Abgang kurz und flach oder kurz und prägnant? Auch Weine mit kurzem Abgang können sehr gut sein!

7) Gesamtbewertung des Weins
Jetzt liegt es an Euch, die einzelnen Puzzle-Teile zusammen zu setzen – wie findet Ihr den Wein? Egal, welche Bewertungen der Wein erhalten hat und was er gekostet hat – die Hauptsache ist, dass er Euch schmeckt.

Eine solche Beschreibung ist besonders unter Fachleuten informativ. Allerdings auch nur für den Moment. Ein Wein ändert sich in seinem Leben stetig. Die Lagerung und der Verschluss spielen eine entscheidende Rolle, aber auch die natürliche Alterung trägt natürlich dazu bei, dass sich der Wein verändert. Somit ist eine Weinbeschreibung immer nur für den Moment (ca. 5 Monate) gültig. Danach wird sie definitiv – selbst von der gleichen Person – anders ausfallen.

Daher heißt es auch hier: üben, üben, üben und bewusst darauf achten, was Ihr trinkt! Danach fällt euch keine Weinbeschreibung mehr schwer.